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Erfahrungen eines Wahlhelfers

Hallo Wahlhelferinnen und Wahlhelfer,

in aller Kürze hier meine Erfahrungen bei der Befragung der Kandidierenden.

Als schnellster Weg, um zu einem ausgefüllten Fragebogen zu gelangen, hat sich für mich herausgestellt, zuerst im örtlichen Büro der jeweiligen Partei bzw. direkt im Sekretariat der/des Kandidierenden anzurufen (Tel.-Nr. ergoogelt). Ich habe mir jeweils die Mailadresse geben lassen und sie/ihn direkt angemailt (siehe Muster-Mail).

Meiner Kenntnis nach haben bereits viele Mitmacher per Mail oder Brief (ohne telefonischen Kontakt) die Kandidierenden um das Ausfüllen der Fragebögen gebeten. Einen Rücklauf gab es bisher nicht.

Folgende Reaktion der Befragten habe ich bisher erlebt:
Eine Kandidierende hat uns den ausgefüllten Fragebogen nach wenigen Tagen zugefaxt. So schnell und mühelos dies ging, so bedauerlich ist es, dass kein persönliches Gespräch zustande gekommen ist. Mit den anderen Kandidierenden konnte ich Gesprächstermine vereinbaren (per Mail oder direkt per Telefon). Teilweise lagen mehrere Wochen! zwischen meiner Anfrage und dem persönlichen Gespräch. Auch ist bei einigen Kandidierenden hartnäckiges Nachfragen erforderlich.

Alternative: Wenn kein Termin mit ihr/ihm machbar ist, besteht vielleicht die Möglichkeit, sie/ihn vor der Bundestagswahl an einem Infostand zu befragen.

Die Fragebögen waren dann zum Termin entweder bereits beantwortet oder wurden während des Gesprächs ausgefüllt. Auf die Unterschrift zur Genehmigung der Veröffentlichung des Fragebogens habe ich ausdrücklich hingewiesen und darüber hinaus um die Erlaubnis nachgefragt, ein Foto der/des Kandidierenden auf unserer Website veröffentlichen zu dürfen. Auch habe ich – ganz nach Lust und Laune - um einen Kurzkommentar/Spruch zu unserer Aktion gebeten, der gerne auch zu einem späteren Zeitpunkt zugemailt werden könne.

Die Gespräche dauerten zwischen 20 bis 60 Minuten. Neben meiner Person habe ich auch kurz den VafK vorgestellt, insbesondere habe ich – Stolz durchblicken lassend – auf unsere beiden Kongresse, die Sorgerechtsstudie sowie die traditionelle Väterdemo hingewiesen. Einige Kandidierende waren an den Links dazu interessiert, die ich ihnen später dann zugemailt habe.

Selbstverständlich habe ich meine persönliche Geschichte außen vor gelassen. Ich habe lediglich angedeutet, dass - mit den Erfahrungen, die ich machen musste – das Zitat von Richter Harald Schütz, OLG Bamberg, vom 10. Mai 1997 (in einem Vortrag auf dem 49. Deutschen Anwaltstag, Anwaltsblatt 8+9/97, Seite 466-468) immer noch aktuell ist. Und damit konnte ich kurz meine „persönlichen Highlights“ zum Thema „Familienpolitik ohne Väter“ erläutern. Diese hatte ich mir zuvor für den Fall überlegt und vorbereitet, dass nach dem Ausfüllen des Fragebogens noch Zeit bleiben würde. Für Heiterkeit sorgte regelmäßig meine im passenden Moment gestellte Frage, ob sie/er das „Bundesministerium für alle - außer Männer (BmfaaM)“ kenne?
Dass die Väterpolitik im Kommen ist, zeigt eine hochkarätig besetzte Diskussionsveranstaltung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen am 16.06.2009 in Berlin-Pankow, um deren Nachahmung ich bei den anderen Parteien gebeten habe. Bei den Volksparteien ist sie derzeit noch kein Thema, lediglich die nahestehenden Stiftungen führen Konferenzen dazu durch.

Die Reaktionen zu all dem waren unterschiedlich, aber mehr oder weniger interessiert und positiv.

Meine Quintessenz: Das persönliche Gespräch ist u.a. wichtig, um
-       ggf. den Fragebogen zu erläutern,
-       auf die Leistungen des Vereins aufmerksam zu machen,
-       Kontakte aufzubauen, die in der nächsten Legislaturperiode wichtig werden können,
-       darzulegen, wie wichtig Familienpolitik mit Vätern wäre!

Beinahe hätte ich’s vergessen: Zu den Terminen hatte ich jeweils 20 Film-Flyer von „Der entsorgte Vater“ dabei, die die Kandidierenden interessiert entgegen nahmen und weiterzuleiten versprachen.

Nun wünsche ich Euch auch viel Erfolg bei den Treffen mit den Kandidierenden.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Viele Grüße
Christian Bade

Kontakt: Christian Bade