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Leserbrief: Familienpolitik ohne die Väter

Leserbrief zum LVZ-Interview "Spannende Rolle der neuen Väter" in Ausgabe 157/09, 9.7.09
 
Familienpolitik ohne die Väter
 
Liebe Redaktion,
 
engagierte Väter freuen sich natürlich, wenn Ihnen von der Bundesfamilienministerin ein gutes Zeugnis ausgestellt wird.
Im umgekehrten Fall sind die Väterverbände in Deutschland aber nicht ganz so euphorisch. Nach wie vor haben Sie kaum eine Lobby im Bundesfamilienministerium und werden in Entscheidungsprozesse kaum eingebunden. Kein Wunder, denn das Ministerium versteht sich ja auch als BM für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Väter und Männer und ihre Interessen dürfen da schon einmal unter den Tisch fallen.
Nun könnte man einwänden, die Bezeichnung sage wenig über die Arbeit aus, doch leider gibt es im Familienministerium bis heute keine Arbeitsgruppe, die sich speziell mit Väterpolitik beschäftigt. In Österreich zum Beispiel gibt es dagegen schon seit Jahren eine männerpolitische Grundsatzabteilung.
Viel lieber widmet man sich im Minsterium der Gleichstellung (von Frauen), was einigermaßen verwundern könnte, denn sollten Frauen in Deutschland im Bereich der Familie und des Sozialen wirklich noch Gleichstellungsbedarf haben?
Wer hier progressive Gleichstellungspolitik betreiben will, müsste dieses Ressort doch ins Arbeitsministerium packen und das Referat Gleichstellung beim Familienministerum auf die Bedürfnisse von Männern und Vätern ausrichten.
Das käme in Deutschland aber einer Revolution gleich (so etwas machen nur die Franzosen!), und darum erleben Väter nach wie vor in der Familie und bei der Kindererziehung bis in die Gesetzestexte hinein tiefgreifende Nachteile, z.B. kein Sorgerecht ohne die Einwilligung der Mutter.
Immer wieder beraten wir hilflose bis verzweifelte Väter, die bspw. für einen 13-jährigen Sohn, der bei Ihnen lebt, keinen Unterhalt beziehen, weil die Mutter nach wie vor das Sorgerecht verweigert.
In Deutschland wird Familienpolitik (und Gleichstellungspolitik) zwar nicht mehr gegen die Väter, aber doch noch ohne sie gemacht. Das muss sich ändern!
Es wäre schön, wenn den anerkennenden Worten der Ministerien bald Taten im eigenen Haus folgen, damit endlich auch die Väter eine Lobby in der Familienpolitik bekommen. Dazu hat der Väteraufbruch die Internetplattform vaeterpolitik.de ins Leben gerufen.
 
Pfr. Oliver Behre, 04509 Zwochau und Väteraufbruch Nordsachsen