Väterpolitik ist mehr als Politik für Väter
Immer wieder habe ich nun in meinem Wahlkreis 82 bei der Befragung der KandidatInnen und im politischen Raum trotz Wahlkampfstress erlebt,dass die vaeterpolitik geschlechterunabhängig breite Zustimmung findet - und damit viel mehr als eine "Aktion für Vaeter" ist, als die sie selten und nur im Vorfeld mißverstanden wird.
Die Frage nach der Gleichstellung von Vatern und Muettern sowie einer Familienpolitik, die sich am natürlichen Wohl der Kinder nach Kontakt zu beiden Eltern orientiert,
wird als drängende Aufgabe der Politik verstanden.
Alle KandidatInnen bzw. in einem Fall die BüroleiterIn des Bundestagsbüros haben sich bislang viel Zeit für Kommunikation und in drei Fällen für ein langes persönliches Gespräch genommen - und durchgehend ehrliches Verständnis, Unterstützung und die besten Wünsche nach Erfolg unseres Anliegens - mündlich wie auch schriftlich - übermittelt.
Reden macht aus meiner Sicht mehr Sinn als Schreiben und wenn möglich sollte man den persönlichen Kontakt zum Wahlkreisbüro suchen und auch nach der Befragung halten.
Nachhaltigen Eindruck macht es, wenn die Vaeterpolitik Gesichter und Menschen bekommt, die wie nun als Wahlhelfer offen zeigen, wie notwendig und überfällig ein Wandel in der Rechtswirklichkeit in Deutschland ist.
Veränderte Rollenverständnisse zwischen Mann und Frau in einer veränderten Gesellschaft, mit veränderten Erwerbsbiografien und veränderter Betreuungsabsprachen zwischen Vaetern und Muettern im Hinblick auf die Kinder,
lassen keine Frage daran,
dass der Gesetzgeber dazu aufgefordert ist, hier einer Entwicklung endlich Rechnung zu tragen.
Über 38.000 Umgangsverfahren jedes Jahr sind zuviel und Indiz dafür, dass in vielen Familien ein "Krieg" zu Stande kommt, der aus der Sicht der Kinder unzumutbar und im Sinne des Grundgesetzes nicht haltbar ist.
Europa hat viele Beispiele dafür, dass es auch anders geht - aber warum "nur" bspw. ein belgisches Familienrecht adaptieren - statt auch auf dem Gebiet der Familienpolitik eine "Spitzenposition" anzustreben?
Gemeinsam - statt getrennt. Das dies geht und besser als ein Krieg ist, wissen viele Eltern aus Erfahrung, Überzeugung oder einfach aus den "Bauch" heraus. Besser - für die Kinder und für die Eltern!
Und damit sind wir nicht nur mehrheitsfähig - sondern die Stimme der Mehrheit der Familien, die dies genauso sieht.
Ich denke, es sollte einen "Verband gemeinsamerziehender Mütter und Väter" geben (VgMV),
der allen Kindern und allen gemeinsam Erziehenden Eltern verpflichtet wäre - in welcher Beziehung die Eltern untereinander auch immer stehen.
Ein solcher Verband würde die Mehrheit der Familien repräsentieren, die bislang ohne Vertretung sind.
Auch hätten Viele, die mich gefragt haben, wie sie unser Anliegen denn unterstützen könnten - in einem solchen Verband einen Ansprechpartner.
Rainer Schnittka, Berlin