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Zusatzinfos zum Kurzfragebogen

Da es Rückfragen zu unserem Wahlcheck gab, stellen wir die wichtigsten Infos hier zusammen. Sie sollen die Wahlhelfer unterstützen, den Fragebogen gegenüber den Kandidierenden zu erläutern.

1. Wäre es für die Entwicklung von Kindern besser, wenn sich ihre Väter stärker als bisher an ihrer Erziehung und Betreuung beteiligen würden?
Wünschen die Kandidierenden überhaupt eine stärkere Kinderbetreuung durch Väter?

2. Sollten Kinder ein grundgesetzlich verankertes Recht auf Erziehung durch ihre beiden Eltern erhalten?
Die Textentwürfe zur Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz (GG) zielen auf eine explizite Ausformulierung von Rechten, die bisher implizit im GG stehen. Die Entwürfe – wie z.B. der Kinderkommission des Deutschen Bundestages - berücksichtigen bisher jedoch nicht die explizite Absicherung der Beziehungen von Kinder zu ihren beiden Eltern.

3. Soll in Deutschland – so wie europaweit Standard – das gemeinsame Sorgerecht auch für nicht miteinander verheiratete Eltern ab Geburt Ihres Kindes bzw. ab Vaterschaftsanerkennung eingeführt werden?

Väter, die nicht mit der Mutter ihres Kindes verheiratet sind, erhalten das Sorgerecht für ihr Kind nur mit Zustimmung eben derselben. Derzeit wird erforscht, ob diese Regelung mit dem Grundgesetz vereinbar ist und ggf. Reformbedarf besteht. Unabhängig von den Ergebnissen wird hier ausschließlich nach dem politischen Willen der Kandidierenden gefragt.

4. Eltern müssen ihre Arbeit in der Familie, insbesondere die Kinderbetreuung, mit ihrer Arbeit im Beruf in Einklang bringen. Welche Arbeitsteilung der Eltern werden sie künftig unterstützen?
In wieweit wollen die Kandidierenden auch moderne Rollenverteilungen der Eltern unterstützen? Oder soll sich die Politik aus jeglicher Unterstützung für eine bestimmten Rollenverteilung heraushalten? Politisch begünstigt derzeit vor allem das Ehegattensplitting die traditionelle Rollenverteilung: Ein Elternteil – meist der Vater – arbeitet Vollzeit, der andere Elternteil – meist die Mutter – kümmert sich um die Familie und arbeitet ggf. Teilzeit.

5. 90% aller kinderlosen jungen Männer möchten Vater werden und mehr Zeit als derzeit üblich mit ihren Kindern verbringen. Welche Art der Förderung durch die Politik befürworten Sie?
Eine Vielzahl von Studien (hier: Bertelsmann Stiftung Okt. 2008) belegen, das Väter sich stärker in der Kinderbetreuung engagieren wollen. Sie scheitern jedoch häufig an den gesellschaftlichen Realitäten. Abgesehen von 2 Vätermonaten gibt es bisher keine allgemeine väterspezifische Förderung. Was wollen die Kandidierenden für Väter tun, damit Kinder auch in den „restlichen“ 214 Monaten bis zur Volljährigkeit mehr von ihren Vätern haben?
 
6. Welche Aussagen treffen Ihrer Meinung nach zu?

Welche positiven Effekte erwarten die Kandidierenden von einer Familienpolitik mit Vätern?

7. Kann eine gezielte Väterpolitik die Gleichstellung von Frauen mit Männern im Beruf beschleunigen?

Ist die Väterpolitik nur „gut für Väter“ oder kann sie als Teil einer neuen Gleichstellungspolitik gesehen werden, die Frauen und Männer berücksichtigt und beiden nützt?